Ulkige Geschichten unter der Erde
Tag des offenen Denkmals: Feinkost öffnet erstmals Gewölbekeller
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Am 12. September ist Tag des offenen Denkmals. 54 Leipziger Kultur- und Naturdenkmale öffnen am nächsten Sonntag ihre Pforten und laden die Leipziger ein zu einer Entdeckungsreise unter dem Motto „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“. Erstmals dürfen sich auch die Genossenschaftler der Feinkost an dieser Aktion beteiligen, die hier seit 2007 einen Szeneort mit unkonventionellen Geschäftsideen geschaffen haben. Von 10 bis 18 Uhr laden sie zur Expedition durch das 5.000 Quadratmeter große Gelände in der Karl-Liebknecht-Straße 36 ein. Premiere: Erstmals und nur an diesem Tag steigt Architekt, HTWK-Professor und Feinkost-Retter der ersten Stunde Ronald Scherzer-Heidenberger gemeinsam mit den Besuchern in die zehn Meter unter der Erde liegenden Gewölbekeller der ehemaligen Konservenfabrik hi-nab. Ulkige und turbulente Geschichte(n) aus 150 Jahren Feinkost inklusive. Start: 10, 12, 14, 16 Uhr (bitte feste Schuhe). „Das Labyrinth der über 100jährigen und 2.000 Quadratmeter großen Tiefenkeller mit dem ehemaligen Tanzsaal der Brauerei ist einzigartig. Viele Leipziger haben vergessen, dass hier einst unter Tage Bierfässer lagerten und Gurken, Erbsen und Bohnen über die Fließbänder liefen“, sagt Prof. Scherzer-Heidenberger. Der Eintritt ist frei.
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Feinkost-Genossenschaftler Anke Müller und Ronald Scherzer-Heidenberger. Die Plakate für den 12. September sind fertig. Scherzer-Heidenberger führt erstmals in die Keller unter dem Gelände.
hallo! Foto: ric
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Text: ric
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„Motze-Mole“ wäre frecher Name
Stadthafen und Elstermühlgraben nun eine Etappe weiter
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Eine spektakuläre Rolle rückwärts auf dem Wasser von Kanu-As Jan Benzien, Freisekt für die ersten 20 flinken Anwesenden und jede Menge Protestplakate und verärgerte Zwischenrufe von „Kurs 1“-Gegnern. Den Tag der Freigabe der Au-ßenmole des künftigen Leipziger Stadthafens am Schreberbad werden die Leipziger Stadtspitze und ca. 200 Interessierte bestimmt nicht so schnell vergessen. An der 78 Meter langen Mole können ab sofort LeipzigBoote vom Typ I und II, gewässerangepasste Sportboote sowie Kanus und Paddelboote festmachen, um ihren Passagieren einen Spaziergang in die Innenstadt zu ermöglichen. Parallel zum 5,3 Millionen Euro teuren Maßnahmenpaket präsentiert sich nun auch der zweite Bauabschnitt des Elstermühlgrabens offen zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Schreberbad.
„Ein Traum wird wahr – jedes Jahr ein Stück!“ jubelte Oberbürgermeister Burkhard Jung. „Waldesruh statt Wasserstraßen“, „Paddelboote ja, Motorboote nein“, „Private Motorboote – Nein Danke!“ lauteten die Plakataufschriften. „Es gibt definitiv keine Motorbootpläne. Das LeipzigBoot als elektrobetriebenes Boot wäre die beste Lösung“, versuchte Jung die Zwischenrufer zu besänftigen.
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Oberbürgermeister Burkhard Jung, Dr. Doris Mallast von der Landesdirektion Leipzig und Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (v.l.) haben das rote Band am Stadthafen durchschnitten. Die Protestplakate der Bürger im Hintergrund sind unübersehbar.
Foto: ak
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Wahrscheinlich bis 2011 wird die Leipziger Landesdirektion über die Schiffbarkeit der einzelnen Gewässerabschnitte im südlichen Neuseenland befinden. Die für Ende April 2011 avisierte Eröffnung des „Kurs 1“ mit der Direktverbindung vom Cospudener See bis zum Stadthafen übt da einen gewissen Handlungsdruck aus.
Der „Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.“ gab bereits einen Tag vor der Moleneröffnung zu bedenken, dass im mecklenburgischen Plauer See eine Entscheidung gegen die Nutzung von Motorbooten kurz bevorstehe, da mehr Erholung suchende Wassertouristen wegblieben, als motorisierte Gäste hinzugewonnen werden könnten. Tobias Rieprecht, beim Leipziger „Ökolö-wen“ engagiert in der Sparte „Natur und Artenschutz“, ergänzte gegenüber hallo!: „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist schlecht. Bei einem nicht-öffentlichen Vortrag kurz vor der Sommerpause über die Gewässerentwicklung insbesondere im Floßgraben wurde uns eine nachträgliche Zusendung des Manuskripts per E-Mail zugesichert. Doch wir bekamen es nicht.“
Heiko Rosenthal erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass das übergeordnete Ziel für die Schiffbarkeit nicht Elektroboote, sondern Boote mit alternativen Antriebsenergien seien. „Also auch Photovoltaik- und Hybridtechnik und trotz der Herkunft aus fossilen Energieträgern auch Erdgas.“ Sein an alle Leipziger gerichteter Aufruf, bis zum 28. Februar an das Amt für Stadtgrün und Gewässer Namensvorschläge für die neue Mole zu schicken, ging im „kritischen Trubel“ so ziemlich unter. Frisch zum kalendarischen Herbstbeginn muss da vielleicht auch mit Bürgerideen wie „Motze-Mole“ gerechnet werden.
Text: ak
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„Ich will neue Fässer aufmachen“
Villa Hasenholz: Kostümbildnerin öffnet Haus für Künstler
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Im Obstgarten sind die Sonnensegel gehisst. Vor der großen grünen Eingangstür der Gründerzeitvilla mit den roten Ziegelsteinen und grünen Holzbalken in der Gustav-Esche-Straße 1 prangt an kunterbunt bestrickten blauen Holzpfählen ein Schild mit dem Schriftzug „Villa Hasenholz“. Das Empfangsschild hat die neue Hausherrin des im Jahr 1889 erbauten Fachwerkhauses mit Saal und Kolonnadenanbau, Kostümbildnerin Marion Salzmann aus Hamburg, gestaltet.
In den vergangenen Monaten hat sie das Haus, das zehn Jahre lang leer stand und immer weiter verfiel, von Spinnweben, alten Mauern, Dreck und maroden Dachbalken befreit, neuen Fußboden verlegt und die Wände mit Tapeten behangen, die bunte Schmetterlinge, Bäume und japanische Muster zieren. Historische Fotos hat sie an die Wände gepinnt. „Pension für Künstler und ihre Freunde“ heißt der Lebenstraum, den sich Marion Salzmann in dem denkmalgeschützten Haus erfüllt. Die ersten zwei Zimmer sind fertig. Im Anbau hat sie sich ihre Wohnung eingerichtet. „Ich will hier ein Künstlerhaus einrichten, der Raum für Kunst, Musik und Film bietet“, sagt Marion Salzmann. Normaler Hotelbetrieb? Weit gefehlt! Ein Treff und Veranstaltungsort für kunstinteressierte Menschen, Produktionsstätte für Film und Fernsehen, soll hier entstehen.
Vor zwei Jahren kam die kunstvernarrte Frau aus der Hansestadt nach Leipzig, auf der Suche nach einer Bleibe für ihr neues Kunstprojekt und entdeckte ihre ganz persönliche Villa Kunterbunt. „Fast wäre ich in der Baumwollspinnerei hängengeblieben, aber ich wollte neue Fässer öffnen.“ Und schließlich schwirrte da noch London in ihrem Kopf herum. Doch die „junge und kulturhungrige“ Messestadt überzeugte. Oder war es doch eher das Schicksal, das da seine Hände im Spiel hatte und sie auf das Leipziger Waldstück „Hasenholz“ führte? Denn seit 20 Jahren schon hing ein Teller aus dem Jahr 1910 mit zwei Hasen in ihrer Küche, die den Besuchern heute auch auf dem Eingangsschild entgegenhoppeln. Bisher hat Marion Salzmann alle Umbau- und Sanierunsarbeiten aus eigener Tasche finanziert. Auf den Bescheid der Leipziger Wirtschaftsförderung wartet sie jeden Tag. Die Denkmalförderung, bei der die Sanierung der Kolonnaden anfangs auf viel Zuspruch stieß, lehnte ihren Antrag ab. Doch im nächsten Jahr will sie einen neuen Versuch starten. Verdient hat es dieses Projekt auf jeden Fall. Und wer in „Villa Hasenholz“ mitanpacken möchte, klingelt bei Salzmann.
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Marion Salzmann vor ihrer Villa Hasenholz.
Foto: ric
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Text: ric
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